Erweiterte Gedankenansätze

Der Unterschied zwischen der Degradierung von nichtmenschlichen Tieren und Speziesismus. Die Degradierung ist eher die Abwertung tierlicher Individuen auf kollektiv-kultureller Ebene (mensch-tier-soziologisch), der Speziesismus beschreibt den Unterschied zwischen Spezies (als biologischen oder biozentrischen Marker) als Grund der Abwertung und Minderachtung von Interessen der Spezies (in der auch das Tierindividuum in der Gruppe als ganzes genommen wird). Beide Perspektiven auf Unterdrückungmechanismen nichtmenschlicher Tiere haben ihre Relevanz.

Is the utilization of ‘animal bodies’ the source speciesism? Where does animal degradation start?

Zum Thema der Mehrdimensionalität des Speziesismus habe ich in gedanklichem Austausch mit meinen Freunden einige Fragmente angedacht und zum Teil in Fragmente gefasst. Im wesentlichen geht es bei der Differenziegung von Speziesismen um derart Aspekte:

Der Speziesismus dekliniert sich. Die Objektifizierung nichtmenschlicher Tiere läuft vielschichtig ab:

  • Auf juristischer Ebene können wir von einem Speziesismus sprechen der die Tiere als Besitz klassifiziert (i.e. Sachen, über die Menschen verfügen).
  • Im religiösen Bereich wird dem Mensch auf spiritueller Ebene gegenüber dem Tier der Vorzug gegeben und ihm das Privileg des Rechts auf Unterwerfung der Natur erteilt. Zumindest ist das in den großen monotheistischen Religionen so.
  • In den verschiedenen philosophischen Schulen treffen wir Argumente an, die Speziesismus unterschiedlich fundieren können (z.B. Kontraktualismus, Utilitarismus mit teils ‘mildem’ Speziesismus).
  • In den Naturwissenschaften unterscheidet man zwischen Instinktwesen, den vermeintlich weniger komplexen Lebensformen, den vermeintlich höheren Wesen und dem Menschen als das vermeintlich organisch komplexeste Lebewesen, was Geist und Gehirn anbetrifft.
  • Es gibt eine speziesistische Ausprägung in der Gesellschaft, die sich im Karnismus ausdrückt, wobei domestizierte „Nutz-“Tiere allein (oder letztendlich, wie z.B. im Falle von Pferden oder Exoten wie Straußen) als Lebensmittellieferanten gesehen werden.
  • Haustiere die in unserer Gesellschaft eigentlich geliebt werden sind aber auch von speziesitsischen Sichtweisen betroffen.
  • Wildtiere, die von den Jägern in deren „Jagdkultur“ eingebaut sind, und die Vorstellung vom Urzustand des Menschen als „Jäger und Sammler“ die weiter durch die Jagd gepflegt wird … sind in eigener Weise betroffen.
  • Aber auch sind Wildtiere betroffen von auf sie und ihren Fall zugeschnittene speziesistische Argumentationen, wenn es darum geht ob sie als invasive Spezies gelten oder als heimisch und vielleicht schützenswert.

Auf jede Tierart werden wir eine oder mehrere Ausprägungen speziesistischer Sichtweisen antreffen. Speziesismus – als unterordnende Haltung des Menschen gegenüber nichtmenschlichen Tieren – scheint in allen Segmenten menschlicher Kulturen, die das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt bestimmen, mit angelegt zu sein.

Wenn wir von „dem Speziesismus“ sprechen, sollte im Auge behalten werden wie außerordentlich komplex und daher schwer analysierbar sich die Abwertung des tierlichen Lebens in unseren anthropozentrischen Kulturen und Gesellschaften gestaltet.

re-edited: 14 Feb. 17

Gerechtigkeit die keine Freiheit schafft

عـدالتی که آزادی نیافـریند، عـدالت نیست
آزادئی که عـدالت نیافرینـد، آزادی نیسـت
آزادئی که عـدالت را ازبیـن میبـرد و
عدالتی که آزادی را ازبین میبرد، انسانی نیستند
آزادی وعدالت باهم ازانسان زاده میشوند
و با جداشدن از همدیگر، انسان را نابود میسازند

Justice that doesn’t create freedom is no justice, and freedom that doesn’t create justice is no freedom.
Freedom that blocks justice and justice that blocks freedom are inhuman, since both, freedom and justice, stem from humanity. And by destroying each other, they destroy humanity.

Gerechtigkeit die keine Freiheit schafft ist keine Gerechtigkeit, und Freiheit die keine Gerechtigkeit schafft ist keine Freiheit.
Freiheit die Gerechtigkeit hindert und Gerechtigkeit die Freiheit hindert sind beide inhuman, denn beide, Freiheit und Gerechtigkeit, stammen aus der Menschlichkeit, und indem sie sich gegenseitig vernichten, vernichten sich auch das Menschsein.

– M. Jamali

I should …

I should basically return to my old NiceSwine-Blog to write in English, but this is personal talk so I am just gonna create this space for myself for it, and yes in English. Currently I am again a bit dissappointed of German Zeitgeist. I am an avid listener to the radio. We only have two talk type of stations, all other stations are music stuff (and boring music even, I tend to listen – if I tune in music – to the one station that plays 80ies charts stuff, well whatever). And yes, on the news on the radio things seem kind of one sided currently. So I went back to my old habit of listenting to ‚foreign‘ radio stations, including NPR and BBC Worldservice, which both create somewhat a good balance to just „our“ German very-economy-oriented *global* and local outlook. At least that’s how I see it.

I want to show three things of myself, that is: one song, and pic from these days and one pic with my beloved, beloved, beloved Mum!

„Another Cap“ – a song I wrote about 15 years ago, I am playing it here in a recording from 2015 I think with my sister’s parnter Jan who also mixed it later for which I thank him a lot. I felt real ill when we recorded it.

A link to this MP3 file.

My beloved Mum, my sisters and me in the Netherlands in the 1970ies. I love my Mum so much. She is my all, my heart, my everything, just love her … 🙂

This is interesting

Amazing, these reseachers assumed that I am turkish and noticed my articles about neo-veganism.

Middle East Technical University: ANIMAL RIGHTS IN LAW OF TURKEY:

Retrieved from: http://s3.amazonaws.com/academia.edu.documents/40495772/Animal_Rights_in_the_Law_of_Turkey.pdf?AWSAccessKeyId=AKIAIWOWYYGZ2Y53UL3A&Expires=1498867779&Signature=eg9IIc9%2FBhhm0ehypWFwR4fHCxc%3D&response-content-disposition=inline%3B%20filename%3DAnimal_Rights_in_the_Law_of_Turkey.pdf (accessed on 30th June 2017)

Ein Brief von M.A. Jamalzadeh an Farangis Yegane

Ein Brief des persischen Schriftstellers M.A. Jamalzadeh an Farangis G. Yegane über ihre Bilder: Persisches Dorf und Die Frauen im Nachtgarten.

A letter by the Iranian writer M.A. Jamalzadeh to Farangis G. Yegane about her paintings: Persian Village and Women in the Night-Garden.

Eine Frage, die mit einer Frage beantwortet werden muss … Haben Tiere Vernunft und können Tiere denken?

Eine Frage, die mit einer Frage beantwortet werden muss

Haben Tiere Vernunft und können Tiere denken?

Die Frage müsste eigentlich richtigerweise lauten: Was ist Vernunft und was bezeichnen wir als Denken? Um den Fall mittels Analogie zu umschreiben, könnte man darauf hinweisen, dass es im Patriarchat die sexistisch motivierte Verneinung weiblicher Vernunft gab und teilweise noch gibt. Und dass das, was uns im Speziesismus entgegenschlägt, nunmehr eine biologistische Barriere unseres Konzepts des „Denkens“ ist.

Nichtmenschliche Tiere hat man der Wildnis zugeordnet (im Griechischen gab es dafür den „das allgemein lebendige“ bezeichnenden Begtiff des „Zoe“), Menschen aber bildeten stets eine Gruppe potenzieller Interessensgemeinschaft, die eine Herrschaft über die Natur anstrebte als etwas „besiegbares“ und „ausbeutbares“  und als etwas, gegen das sich menschliche „Tugendbegriffe“ und Moralkodizes abheben würden. Ein gesamtes politisches Konzept konnte in dem Sinne auf einem Spezies-Kontraktualismus errichtet werden (dem Zustand des „Bios“, d.h. dem nur dem Menschen zugedachten Leben qualitfizierter und daher politischer Fähigkeit, im Sinne einer Abgrenzung von der „Wildnis“ der Natur).

Doch zurück zur Vernunft: Zu unterschiedlichen Zeiten und in den unterschiedlichen Kulturen gab es auch verschiedene Konzepte dessen, was Menschen unter „Denken“ und „Vernunft“ verstanden haben. Und solche Konzepte spiegelten sich in menschlichen Vorstellungen über gesellschaftliche, philosophische und religiöse Ideale. Am auffälligsten sind die sich kontastierenden Unterschiede in der „Vernunft“ zu entdecken im geschichtlichen Hintergrund des Denkens im Fernen- und Mittleren Osten, in Europa und dem Westen.

Die allen gemeinsame Trennung zwischen Menschen und Tieren muss aber ein sehr frühes Moment in der Menschheitgeschichte konstituiert haben.

Hannah Arent fasste eine Beobachtung über diese Art radikaler Trennung in einem ihrer Gedankenfragmente zusammen:

”Solidarität: Alle Solidaritätsbegriffe tragen noch deutliche Spuren der ersten und ursprünglichsten Solidarität aller Menschen (also des Menschen) gegen die Natur. Solche Solidarität von Einem gegen alles Andere ist aber unter Menschen nie erlaubt. Es gibt keine unbedingte Solidarität. Das ‚wir sitzen alle in einem Boot’ ist ein Beispiel der falschen, verabsolutierenden Solidarität.
Der Gruppenbegriff mitsamt seiner Bezogenheit auf die Teil-Ganzes-Kategorie stammt aus der Solidarität des Menschen gegen die Natur.” [1]

Meine eigentliche Frage lautet nun also:

Könnte es sein, dass das Konzept über Vernunft und Denken gespalten wurde in eine unbezeichnete, ignorierte oder negierte Form der Vernunft, die wir im Nichtmenschlichen- und Naturhaften-Komplex finden? Und dass wir es auf der anderen Seite mit einer Art der Vernunft der besiegenden, beherrschenden Menschheit zu tun haben?

[1] ARENDT, HANNAH, Denktagebuch 1959 – 1973, Erster Band, Hrsg: Ursula Ludz und Ingeborg Nordmann, Piper Verlag, München, 2002, S. 127.

Bild: Eine Radierung von Farangis Yegane, www.farangis.de

Ein Fragment von Palang. Dieser Text als PDF.

Zu wenig Zeit

Ich habe eigentlich kaum Zeit um zu bloggen, es gibt so viel zu sagen und es wird aber auch schon so viel gesagt. Es ist nicht unbedingt ein Verlust wenn ich irgendwelchen potenziellen Leser_innen meine potenziellen Blogeinträge hier erspare.

Was mich allerdings bekümmert ist die Einförmigkeit an Themen und Herangehensweisen an diese eine gleiche Welt in der wir alle leben. Auch das Maß an emotionaler zwischenmenschlicher Feindseligkeit ist erschreckend, wenn man sich bewusst macht, dass es genau diese menschliche Feindseligkeit ist, die jeglichen basiskulturellen Fortschritt in unserer Gesellschaft verhindert. Wir reden über alle möglichen -ismen und erleben diese auch als Opfer und als Täter, aber wir produzieren so unendlich viele mehr solcher schmerzhaften -ismen, die wohl nie eine Benennung finden werden.

Unser sozialer Fortschritt in der Gesellschaft zentriert sich auf ‚den Menschen‘ – aber was sind wir für Menschen?

Wir sind Menschen, die sich in ihrer Existenz um immer kleinere Nabelkreise herumdrehen, Kreise die sich aus einer, höchstens Zwei Perspektiven festmachen: Wir und Mensch. Als ‚Individuen‘ sind wir wenn überhaupt etwas dann vielleicht ein Egoist. Wir sind aber keine Individuen, die sich mit der Welt ganz unmittelbar vernetzen, auch wenn wir ‚die Natur‘ bewundern. Wir betrachten diese Welt in der wir leben nur aus einem vorgefassten menschlich-pauschalisierenden Wir-Verständnis.

Es macht nichts, dass das hier niemanden interessieren muss. Ich weiß, dass Individuen, wenn sie Menschen sind, sich nicht grundlos für ein anderes Individuum Mensch interessieren. Hauptsache es ist etwas in den Raum hineingesagt, hineingeschrieben. Wenn man nur das sagt, was andere interessieren könnte, würde nie etwas neues, anderes, freies, originelles gesagt. Man würde immer nur dem versuchen genüge zu tun, was das Ohr des Gegenübers vielleicht hören wollen würde.

Abschließend sei gesagt: Ich habe ausreichend berechtigte Kritik an unserem System, dass es mir wirklich egal ist, dass es Ihnen wahrscheinlich ebenso egal ist.